Heiko Bittmann: Karatedō – Der Weg der Leeren Hand. Meister der vier großen Schulrichtungen und ihre Lehre. Biographien – Lehrschriften – Rezeption
1. Juni 1999 / ISBN: 978-3000040986 / 422 Seiten / DIN A5 / Paperback / 41 Abbildungen / Sprache: Deutsch
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“Geschichte und Lehre des Karatedō” von 2017
Diese wissenschaftliche Abhandlung, beruhend auf einer Dissertation im Fach Japanologie (1998), soll dem Leser bzw. dem Übenden ein Mittel sein, seine Kenntnisse über die Geschichte und vor allem über die Lehre der traditionellen japanischen ‚Wege der Kampfkünste‘ – budō und innerhalb dieser insbesondere zum ‚Weg der Leeren Hand‘ – Karatedō zu vertiefen.
Die „Einführung“ geht neben einem Unterkapitel zur Forschung unter anderem auf die historische Entwicklung der japanischen Kampfkünste im allgemeinen und des Karate im besonderen sowie auf geistesgeschichtliche Hintergründe bzw. wichtige Grundbegriffe japanischen kulturellen Schaffens wie ‚Weg‘ – dō, ‚Leere‘ –kū und ‚Form‘ – kata ein. Weiterhin werden in diesem einleitenden Teil auch Lehrauffassungen aus bedeutenden Kampfkunstschriften des Zen-Mönchs Takuan Sōhō und der Schwertmeister Yagyū Munenori sowie Miyamoto Musashi in Übersetzung aufgezeigt, die nicht nur die Lehre des Karatedō, sondern auch die aller anderen Kampfkünste maßgeblich beeinflußt haben.
Das Kapitel „Meister des Weges der Leeren Hand“ enthält die Biographien der Verfasser der in diesem Buch vorgestellten Lehrschriften des Weges der Leeren Hand. Dabei handelt es sich um die Begründer bzw. bedeutende Meister der sogenannten ‚vier großen Schulrichtungen‘ Shōtōkan, Gōjūryū, Shitōryū und Wadōryū – Funakoshi Gichin, Miyagi Chōjun, Mabuni Kenwa und Ōtsuka Hironori sowie den Kommentatoren Takagi Masatomo und Nakasone Genwa. Diese Biographien spiegeln gleichzeitig auch eine entscheidende Entwicklungsphase in der Geschichte dieser Kampfkunst wider.
Den Inhalten der Lehre des Karatedō wird dann im Kapitel „Lehrschriften des Weges der Leeren Hand“ nachgegangen. D.h., anhand von größtenteils bislang nicht in westlichen Sprachen vorliegenden Lehrschriften der oben genannten Meister werden Lehrauffassungen in annotierter Übersetzung vorgestellt und erläutert. Die geäußerten Auffassungen sind letztlich aber nicht nur auf den Weg der Leeren Hand bezogen zu sehen, denn zumindest ihre grundsätzlichen Gedanken besitzen auch für alle anderen traditionellen japanischen Wege der Kampfkünste Gültigkeit.
Dem schließt sich eine bislang auch in Japan in dieser Weise nicht durchgeführte Untersuchung zur „Rezeption“ der Lehre des Weges der Leeren Hand an. In diesem Kapitel sollte zum einen anhand einer Umfrage festgestellt werden, ob heutigen Übenden in Japan überhaupt Lehrauffassungen bewußt sind, und wenn ja, welche. Dabei wurde unter anderem den Fragen nachgegangen, ob es Auswirkungen auf das Nennverhalten der Übenden gibt, zum Beispiel durch die Dauer der Übung oder die Schulbildung etc., oder besitzen die Lehrauffassungen der o.g. Meister in der heutigen Zeit überhaupt noch Gültigkeit? Andererseits sollte auch geprüft werden, ob in der japanischen Literatur der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wichtige schul-übergreifende Lehrauffassungen auszumachen sind.
In der „Schlußbemerkung“ finden sich die Ergebnisse dieser Abhandlung zusammengefaßt, und es werden Hinweise für künftige Forschungsarbeiten gegeben.
Der „Anhang“ enthält eine mit Illustrationen versehene Darstellung zum Vollzug des ‚respektvollen Grußes‘ – rei in der Praxis des Weges der Leeren Hand, ein chronologisches Verzeichnis früher Lehrschriften des Weges der Leeren Hand, die Tabellen zu Kapitel D und im Rahmen der Umfrage erhaltene Aufsätze zum Thema ‚Welche Bedeutung hat der Weg der Leeren Hand für Ihr Leben?‘ in Übersetzung.
This doctoral thesis in the field of Japanology (1998) deals with the history and the principles of the traditional Japanese ‚Martial Art-Ways‘ – budō with special consideration to the ‚Way of the Empty Hand‘ – Karatedō.
The Introduction shows the historical development of the Japanese martial arts and their cultural and intellectual background or important basic principles, such as ‚way‘ – dō ‚emptiness‘ – kū and ‚form‘ – kata. Further, it includes a translation of the teaching principles of swordmasters Miyamoto Musashi and Yagyū Munenori, as well as those of the Zen-monk, Takuan Sōhō. These principles not only substantially influenced the teaching of Karatedō but also of all the other Japanese martial arts.
In the chapter „Masters of Karatedō“ we find the biographies of the authors of very important Karatedō teaching texts, which were contained in this book. Those are the founders or influential masters of the so-called ‚four major schools‘ Shōtōkan, Gōjūryū, Shitōryū and Wadōryū – Funakoshi Gichin, Miyagi Chōjun, Mabuni Kenwa and Ōsuka Hironori, as well as the text commentators Takagi Masatomo and Nakasone Genwa. Their biographies also show an essential developmental phase in the history of this martial art.
The contents of teachings in Karatedō will be explored in the chapter Teaching-Texts of Karatedō. Through texts of the aforementioned masters principles of Karatedō will be shown in annotated translation, and after that they will be explained. However, these principles are not only valid for Karatedō their basics also have validity for all the other traditional Japanese martial arts. For the most part, these texts have not been translated into a Western language until now.
Next is a study (chapter D) about how the teaching percepts in Karatedō were received in Japan. This research has also not been done in Japan until now. Teaching principles, which are known by current Karatedō practitioners in Japan were assessed by means of a questionnaire. Essential teaching guidelines found in Japanese literature in the second half of the 20th century were also investigated, not only for the ‚four major schools‘, but for all schools.
The Final Remarks summarizes the results and includes recommendations for further research. The Appendix considers remarks on the ‚respectful salutation‘ – rei, and includes a chronological list of early teaching texts in Karatedōthe tables from chapter D, and essays related to the theme: „What does Karatedō mean for your life?“. An extensive Bibliography with Japanese and Western literature, as well as a detailed Index, appears at the end of this book.
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